September 2025
Wir sind Jette, Helen und Theo, drei 20-jährige Medizinstudenten aus Deutschland, die die Möglichkeit hatten, das Mary Faith Children Center für eineinhalb Monate zu besuchen. Parallel dazu absolvierten wir ein Praktikum im Mbagathi Hospital, einem öffentlichen Krankenhaus. Während dieser Zeit durften wir bei Mary sowie den Studentinnen Achola und Esther wohnen, die selbst im Mary Faith Children Center aufgewachsen sind. So hatten wir die Möglichkeit, Marys Alltag und einen Einblick in das kenianische Leben zu gewinnen.
Als Mary uns das erste Mal ins Center mitnahm, waren wir sofort beeindruckt von der Offenheit der Kinder. Sie zeigten uns voller Stolz ihr Zuhause, und wir spürten gleich den starken Zusammenhalt untereinander – wie sie gemeinsam spielen und sich unterstützen, wie eine große Familie.
Viele der Kinder sind fußballbegeistert und luden uns schon am ersten Samstag auf den nahegelegenen Platz ein. Dort führten sie Theo, der auch in Deutschland Fußball spielt, durch ihr Training und absolvierten mit ihm ein spannendes Abschlussspiel in der prallen Sonne. Die nächsten Tage im Center waren geprägt von Seilspringen, Klatschspielen, Fangen, Verstecken und natürlich auch Fußball.
Sehr schnell merkten wir, wie viel Wert Mary auf Bildung legt. Die Grundschulkinder werden direkt im Center in eigenen Klassenräumen unterrichtet, während die Schüler der Mittelstufe vormittags externe Schulen besuchen und nachmittags zurückkehren. Die Jugendlichen der Highschool leben im Internat und kommen zu Feiertagen und in den Ferien ins Center. Glücklicherweise waren auch sie während unseres Aufenthalts da, sodass wir sie kennenlernen konnten. Es war spannend, sich mit den Kindern über ihre Ziele und Traumberufe zu unterhalten. Viele zeigten uns außerdem ihre Talente, vom Zeichnen und Geschichtenschreiben bis hin zum Singen und Tanzen.
Schon in den ersten Tagen durften wir die Vielfalt der kenianischen Küche kennenlernen – etwas, das uns sofort begeistert hat. Die Kinder merkten schnell unsere Neugier und zeigten uns mit großer Freude, wie man traditionelle Gerichte wie Chapati oder Mandazi zubereitet. Auch wenn es eine echte Herausforderung ist, für so viele Kinder an nur zwei Holzherden zu kochen, war das gemeinsame Zubereiten jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Am Ende hat das Essen allen so wunderbar geschmeckt, dass wir die Rezepte gleich in Deutschland für Familie und Freunde nachgekocht haben.